Der siebte Sinn der DDR-Bürger
Ein großes Lob an die Genossen.
Ich war heute unterwegs, zwischendurch auch mal was essen. Saß da und wartete, bis meine Bestellung fertig war. Mir gingen die Blogartikel der letzten und die der nächsten Tage durch den Kopf, denn ich habe gerade soviel neuen Blogstoff, dass ich kaum den Überblick behalten kann. Wenn ich nicht ab und zu mal essen oder schlafen müsste, und das dann auch jemand lesen soll, könnte ich gerade bloggen wie eine laufende Triebwerksturbine.
So traurig und aussichtslos das alles ist und so sehr ich vom Untergang überzeugt bin, kann ich eine gewisse Euphorie nicht verbergen, denn es besteht durchaus die Hoffnung, dass im Zuge der Aufklärung durch Trump und Musk – so sie die nicht noch umlegen oder sonstwie kalt stellen, es gibt ja Gerüchte, dass die Linken in Panik gerade eine Art Not-Impeachment gegen Trump versuchen – endlich mal wenigstens ein paar Teile von dem, was hier in Deutschland läuft, ans Licht kommen.
Es sieht ja alles danach aus, es steht ja alles danach, als hätte man aus den Trümmern der DDR – besser gesagt, den ideologischen Strukturen und dem Personal der DDR – und der Substanz der BRD eine DDR 2.0 gebaut oder bauen wollen.
Wie ich so da sitze, ging mir ein Gedanke durch den Kopf.
Über die Jahre haben immer wieder mal „gelernte DDR-Bürger“ geschrieben, von denen viele – nicht alle, aber eben sehr viele – immer eindringlich warnten, dass alle ihre Alarmglocken schrillten, und sie deshalb „rechts“ wählten, weil sie die Muster des Totalitären kennen und die Methoden der DDR wiederkennen. Manche schrieben, es sei schon schlimmer, als es in der DDR je gewesen sei, und einer schrieb mir mal, meine Bezeichnung „DDR 2.0“ sei falsch, das wäre mindestens „DDR 4.0“.
Die Leute hatten recht.
Während viele der „Wessis“, die gut behütet, in Freiheit und demonstrativer Disneyland-Demokratie aufwuchsen, viel zu naiv und leichtgläubig waren, um das Entstehen einer Diktatur zu erkennen, haben die DDR-Bürger die Muster erkannt – wiedererkannt. Und Alarm gerufen. Auch wenn sie das fast nie genau ausführten – ausführen konnten, weil es nicht so sehr der rationale Teil des Gehirns war, sondern die Mustererkennung zugeschlagen und das Gefühl einer Bedrohung ausgelöst hat (typisch Amygdala) – haben sie es gemerkt und erkannt, weil sie das schon kannten. Das Böse ist wieder da.
Wessis dagegen leben immer noch in einer westlichen Dekadenz, kommen aus der genau gegenteiligen, überbehüteten Vergangenheit. „Wessis“ – Westberliner – hatten mir mal erklärt, warum Berlin eigentlich so dekadent, parasitär und kaputt ist. Das war so gewollt. Man hatte Westberlin absichtlich finanziert, von Sperrstunde und Wehrpflicht befreit und mit stinkfaulen Partypeople angereichert, um das als psychologischen Hebel gegen die DDR zu verwenden: Im Westen sollte rund um die Uhr Trubel, Musik, Licht sein. Als hätte man Disneyland auf links, nach außen gestülpt, damit man die Show nicht drinnen, sondern außen sieht. Man hatte ja auch Konzerte in Westberlin veranstaltet, bei denen man absichtlich viel zu starke Lautsprecher und Verstärker eingesetzt und die Richtung Mauer gerichtet, damit möglichst viele DDR-Bürger hören, dass drüben im Westen der Bär steppt – rund um die Uhr. Das aber habe nicht nur gegenüber der DDR gewirkt, sondern auch gegenüber Westberlin, weil die Leute sich daran gewöhnt hätten, dass sie nichts tun außer rumlungern, rund um die Uhr zu feiern und dafür bezahlt zu werden. Oder anders gesagt: In gewisser Hinsicht war der Westen – West-Berlin – genau so dekadent, wie es die Propagandisten der DDR behauptet hatten. Von dieser Klientel, mit der man West-Berlin damals angereichert hat, um die Stadt am Leben zu halten. Welcher befähigte Mensch wäre damals schon freiwillig nach Berlin gezogen, also hat man die Stadt mit Kroppzeug am Leben gehalten, damit sie nicht ausstirbt. Ich kann mich noch erinnern, als wir damals mit dem Abi-Jahrgang auf Berlinfahrt waren, eine Fremdenführerin für ein paar Stunden zu uns in den Bus stieg, um uns Berlin zu zeigen und zu erklären, und die dreckige Witze machte. Die erzählte, warum es Leute gibt, die tatsächlich freiwillig nach Berlin ziehen – keine Wehrpflicht und eine ewig lange Liste von Unterstützungen, Boni, Wohngeld, Sonderkindergeld und so weiter und so fort, dass man da ohne je zu arbeiten zu Wohnung und Wohlstand kommen kann, wenn man ein paar Kinder bekommt. „Spätestens nach dem dritten Kind haben wir uns gesundgestoßen!“. Da lachte der ganze Bus gar dreckig, sogar die Deutschlehrerin.
Und das hat West-Berlin geprägt. Feiern und Vollversorgung.
Die Ossis dagegen haben die DDR, die Stasi, die SED immer wieder wiederkannt, egal wie getarnt. Und sie haben es gesagt, sie haben gewarnt.
Das dürfte der Grund sein, warum so viele Medien, besonders ARD und ZDF, so oft und heftig auf dem Osten herumgeprügelt haben. Alles Nazis.
Ich attestiere den Genossen, dass sie schon seit Jahren erkannt und das auch geäußert haben, dass eine neue DDR aufzieht – schlimmer als die alte.