Ansichten eines Informatikers

Versucht die CDU, die bessere AfD zu sein?

Hadmut
26.2.2025 16:36

Noch ein Gedanke.

War gerade unterwegs, dabei auch Mittagessen. Wie ich da so in einer Cafeteria saß und mich noch amüsierte, dass ich „Schnitzel with Patata“ bestellt hatte, also drei Worte in drei verschiedenen Sprachen (Es heißt tatsächlich Σνίτσελ), und noch überlegte ob das englische potato vom griechischen patata oder umgekehrt abstammt, weil ja die Kartoffel erst mit der Seefahrt aus Amerika zu uns kam, es sprachlich aber wohl doch von patata kam, ging mir mein Artikel über die CDU-Anfrage durch den Kopf.

Nicht allein, dass ich mich wahnsinnig ärgerte, weil ich ein der Überschrift ein „auf“ vergessen hatte, weil ich erst „Angriff gegen die Zivilgesellschaft“ geschrieben hatte, mir das dann aber nicht gefiel, ich das zweimal geändert hatte, und mir bei „auf die“ irgendwie das auf verloren gegangen war, ging mir noch etwas Inhaltliches durch den Kopf.

Könnte es sein, dass die CDU gerade versucht, die AfD nachzuahmen?

Mehrere Politiker, auch der CDU, hatten in den Talkshows der letzten Tage gesagt, dass man eingesehen habe, dass man die AfD nicht loswird, indem man sie als Nazis beschimpft, das bringt denen eher mehr Stimmen. Sondern man müsse die Gründe nehmen, AfD zu wählen. Man müsse den Wählern das selbst bieten, was die haben wollen.

Immerhin geht es um satte 20%, und wenn CDU/CSU die AfD quasi absorbieren könnte, also die gesamte Wählerschaft in sich vereinen, dann hätte sie die absolute Mehrheit und könnte alleine, ohne Koalition, regieren. Ganz sicher werden die CDU-Strategen festgestellt haben, sieht man ja auch auf jeder Graphik, dass die Hälfte der Wähler konservativ-rechts gewählt haben. Das Ziel also wohl nicht mehr ist, links nach Stimmen zu fischen, wie Merkel es tat, sondern das nach rechts abzudichten, wie Strauß es mal sagte. Rechts der CSU dürfe es nichts mehr geben.

Könnte es also sein, dass man sich bei der CDU einfach angeschaut hat, was die AfD parlamentarisch gemacht hat, und womit sie bei den Wählern ankam?

Und was hat die AfD gemacht? Sie hat sehr viele, sehr kritische, meist (nicht immer) sehr gute „Kleine Anfragen“ gestellt und damit enorm viel ans Licht gebracht. Klassische Oppositionsarbeit.

Das zu imitieren hat die CDU aber nun ein Problem, denn sie wird ja Regierungspartei werden, und die Regierungspartei kann ja keine Anfragen an sich selbst stellen.

Versucht man also gerade, die voraussichtlich letzten Tage als Opposition zu nutzen, um noch schnell zu sein, wie die AfD, und möglichst viele Fragen zu stellen?

Wir mir das so durch den Kopf ging, sah ich auf Twitter einige Tweets, in denen der CDU vorgeworfen wurde, damit wie die AfD zu agieren. Aber vielleicht wollen sie ja ganz genau das?