Ich hab das Geschlecht verfehlt
Nacktfrau hätt’ ich werden sollen.
Ein Leser schreibt mir
Du hast das Geschlecht verfehlt… https://t.co/pQbF3kYWYe
— Andreas A Kuhn (@AndreasAKu1962) February 28, 2025
Die durchaus hübsche, aber nicht erkennbar gebildet oder befähigte Tochter von Charlie Sheen und Denise Richards sei im Alter von 20 Jahren bereits Multimillionärin, habe seit 2022 nämlich mit Nacktfotos auf OnlyFans drei Millionen Dollar eingenommen.
Dazu kämen noch Erlöse aus der Reality-Serie von Mama Denise Richards, in der sie mitspielt.
Papa Charlie hat gesagt, dass er das ursprünglich gar nicht gut fand, seine Meinung aber schnell revidiert, als sich das kleine Töchterchen mal eben ein Haus und einen Mercedes kaufte. Mit 20. (Hat jemand die Anspielung verstanden? Gut getarnt, weil ein Komma weggelassen.)
Mit 20 schon Multimillionärin und ausgesorgt. Muss man erst einmal hinkriegen.
Bislang hat Sami über 300 Fotos auf der Nackedei-Plattform hochgeladen
Mit 300 Fotos.
Und es gibt inzwischen einige Pornomillionärinnen. Noch vor einigen Jahren hieß es, dass die Pornographie eine ausbeuterische Branche wäre, in der irgendwelche Produzenten die armen Mädels bitter ausnutzten, aber ausgerechnet die Corona-Pandemie mit ihrem Lockdown scheint das völlig umgedreht und jede Menge „selbständige“ Pornoqueens hervorgebracht zu haben. Irgendwo habe ich gelesen, dass der Initialzünder dieser „Pornos aus dem Home-Office“ nicht nur die Verfügbarkeit moderner und billiger Medientechnik gewesen sei, sondern dass im Lockdown die Bordelle geschlossen hätten und die arbeitslosen Huren eine corona-kompatible Ersatzeinnahmequelle brauchten, und dadurch das technische Angebot zu seinem Personal kam, und viele Huren gemerkt haben, dass es sich besser und angenehmer lebt, zuhause zu bleiben und ohne Zuhälter und Feindkontakt, sicher in Bezug auf Gewalt, sicher in Bezug auf Infektionen und sicher in Bezug auf Geld abnehmen auf eigene Rechnung zu arbeiten. Wann man will. Wo man will. Und in weiten Grenzen auch wie man will. Und das nun habe sich außerhalb des Hurentums herumgesprochen und Zuspruch gefunden.
Legendär und ein Quell der Erheiterung sind ja die Sammlungen von Schnappschüssen aus Businessvideokonferenzen, auf denen man hinter den Teilnehmerinnen im Businesskostüm aus dem Home-Office im Regal im Hintergrund Dildos entdeckt, die die vergessen haben wegzuräumen, weil die aus demselben Zimmer und mit derselben Kamera nach Feierabend noch einem Nebenverdienst nachgehen. Sowas läuft dann leicht darauf hinaus, dass man im Abend-Video dieselben Zuschauer hat wie schon in der Business-Konferenz.
Allerdings ist es wohl so, dass man auf OnlyFans auch nur dann richtig reich werden kann, wenn man vorher schon anderweitig bekannt oder prominent ist, und sich dann eben die Möpse und den Südpol vergolden lassen kann. Katarina Witt hatte das ja mal bei „Inas Nacht“ erzählt, dass sie mit dem Eislaufen zunächst praktisch nichts, und dann erst im Nachhinein mit ihrer Bekanntheit Geld verdient hat, etwa im Playboy ihr „Fell verkauft“.
In Australien hatte ja neulich mal irgendeine prominente Spitzensportlerin offiziell verkündet, dass sie jetzt mit Sport aufhört und nur noch Pornos macht, weil sie damit viel mehr verdient. Wollte und musste natürlich sofort jeder sehen. Hat wohl so in deren Kasse geklingelt, dass die Seismologen das auf ihren Anzeigen sehen konnten.
Es ist jedenfalls zu beobachten, dass sich diese Pornobranche gerade als Einkommensquelle verfestigt und längst Einzug in die Prominenz und Akzeptanz gefunden hat. Das Schmuddelimage ist völlig weg. Und man könnte meinen, dass man eine Befreiung von der feministischen Prüderie suchte. Es gab ja vor der großen Woke-Phase das Phänomen, dass sich jede, die bekannt sein wollte und was auf sich hielt, im Playboy ausgezogen haben musste. Nur ist der Playboy obsolet und so etwas wie tot, hatte auch gar nicht die Kapazität, die alle zu zeigen, die sich ausziehen wollten (irgendwo gab es mal ein Interview, in dem die vom Playboy gefragt wurden, wie sie eigentlich ihre Models fänden, und die antworteten gar nicht, sie würden mit Bewerbungen schier zugeschüttet). Und technisch braucht man ihn nicht mehr, seit man online und nicht mehr auf Papier zeigt und guckt.
Ich hatte vor einiger Zeit mal berichtet, dass ich in der Nachbarschaft die Töchter noch im Kinderalter vor dem Haus dabei gesehen habe, wie die sich mit Muttis Handy gegenseitig bei Moderationen filmten (und das verblüffend professionell und gut), und Mutti mir erzählte, dass in den Schulklassen ausnahmslos alle Mädchen „Influencerin“ werden wollten. Inzwischen haben sich, wie ich erfahren habe, die Berufswünsche wieder normalisiert.
Allerdings würde ich darauf wetten, dass mit Erreichen der Postpubertät und der Ausbildung sowohl weiblicher Rundungen und Hormonpegel, als auch marxistisch-zeitgeistiger Universalfaulheit und der Erwartung, schnell und mühelos an ein sorgen- und arbeitsfreies Gratisleben zu kommen, nicht wenige die Pornographie als Berufswunsch aussuchen werden und das sogar als schlau und angesehen gilt.
Ich habe das schon bei einigen Fotografen in deren Fotografenprofilen gesehen: Früher bezahlten die Fotografen die Models dafür, dass sie sich für sie vor der Kamera auszogen. Inzwischen bieten manche Fotografen das als Dienstleistung an, nackte Frauen für deren Only-Fans-Profil zu fotografieren, und dann bezahlen die Frauen die Fotografen. Da dreht sich gerade das ganze Geschäftsmodell. Viele der Influencerinnen und Nacktmodells sind ja längst als Selbständige oder Gewerbliche Auftraggeber und Arbeitgeber ihrer Fotografen und nehmen diese auf Reisen mit.
Und insbesondere in der notorisch faulen Frauenfauleria der USA, die bisher auf Geisteswissenschaftsstudium und Frauenquote surfte, um sich fürs Nichtstun bezahlen zu lassen, spricht sich längst herum, dass das mit dem Studium nicht mehr läuft. Da sind ja auch die Studentenzahlen abgestürzt. Das wird da Trend werden, sich nackig zu machen. Und das wird nicht lange auf sich warten lassen oder ist sogar schon mitunter zu beobachten, dass Leute nicht mehr nur ihren Social-Media-Account, sondern auch ihre Pornoseite auf der Visitenkarte mit drauf haben.
Da tut sich gerade enorm was auf. Das wird die Social Media in gewisser Weise ablösen. Ich halte das für den Nachfolger der Social Media. Und eine Art Wiederauferstehung der Aktfotografie.
Aber für mich ist es leider zu spät. Als ich in dem Alter war, gab es das alles noch nicht. Und ich glaube dann auch nicht so wirklich daran, dass ernstlich viele Leute dafür gezahlt hätten, mich nackt zu sehen.
Trotzdem geht mir manchmal die Frage durch den Kopf: Was würde ich heute machen, wenn ich eine junge, gut aussehende Frau ohne Bock auf jahrelang studieren und dann 40 oder 60-Stunden-Job wäre? Studium lohnt sich ja nicht mehr. Zukunft ist auch nicht. Die Überlegung, seinen (in dem Alter noch geringen) Kram zu packen und sich auf irgendein sonniges Niedriglohnland zu verlegen, auf dem man unauffällig und aus dem Zimmer oder von Reisen um die Welt Nacktkram sendet, halb Influencer, halb Pornoqueen, mit der Aussicht, nach 5 Jahren ausgesorgt und das Konto voll zu haben, ist schon verlockend.